Die Gründung eines Unternehmens ist ein großer Schritt, bei dem es viel vorzubereiten und planen gibt.
Schon früh war für Robin Leidinger klar, dass sein Weg in die Physiotherapie führen würde. Nach Ausbildung, Staatsexamen und zahlreichen Fortbildungen sammelte er über Jahre hinweg Erfahrung in verschiedenen Praxen und Reha-Zentren. Der Wunsch, es irgendwann selbst zu machen, war immer da. „Ich wollte erst genügend Erfahrung haben, bevor ich diesen Schritt gehe“, sagt er.
Und dann ging plötzlich doch alles sehr schnell. Denn in seinem Heimatort Schutterwald wurde eine Physiotherapiepraxis frei, die über alle notwendigen Voraussetzungen für eine Kassenzulassung, verfügte. Eine Chance, die sich Leidinger nicht entgehen lassen wollte.
Seine Planung ergab für Renovierung, Ausstattung und moderne Therapiegeräte einen Finanzierungsbedarf von 75.000 Euro.
„Ein Businessplan ist für jeden Gründerkredit ein Muss. Ich sage dem Kunden, was drinstehen sollte. Erarbeiten muss er das aber selbst “, sagt Jan Artelt, Gründungsberater bei der Volksbank Lahr. Besonders wichtig ist ein realistischer Rentabilitätsplan für drei Jahre. Artelt rät seinen Kundinnen und Kunden dazu, nicht nur einen, sondern drei aufzustellen: Worst Case, Standard-Szenario und Best Case. „Es ist sinnvoll einen Steuerberater hinzuzuziehen; dieser verfügt meistens über Vergleichsbeispiele in der betreffenden Branche“, so Artelt.
Für die Eröffnung der Physiopraxis empfahl Artelt das Förderprogramm 80 der L-Bank. „Das Darlehen ist zinsvergünstigt, im ersten Jahr tilgungsfrei und mit einer 80‑prozentigen Bürgschaft der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg abgesichert “, erläutert der Berater.
Robin Leidinger in seiner neu eröffneten Physiopraxis in Schutterwald. Neben ihm sein Bankberater Jan Artelt. Foto: Michael Bode
Ende 2025 verließ Leidinger seine bisherige Arbeitsstelle und beantragte den Gründungszuschuss, eine Förderung der Bundesagentur für Arbeit. Arbeitslose, die sich selbstständig machen, erhalten in den ersten 6 Monaten das bisherige Arbeitslosengeld I und zusätzlich 300 € pro Monat, gefolgt von 9 weiteren Monaten mit 300 € pro Monat für die Sozialversicherung.
Die Genehmigung erforderte allerdings ein wenig Geduld. „Darauf muss man sich einstellen – und darf finanziell nicht darauf bauen“, sagt Leidinger rückblickend.
Wer sich selbstständig macht, muss sich auch im Klaren sein, dass Vorsorge ganz anderes abläuft als in einem Angestelltenverhältnis. Man muss sich um Kranken- und Sozialversicherung ebenso, wie um eine Altersvorsorge selbst kümmern. „Zu diesen Themen hat mich Jan zu den entsprechenden Spezialisten in der Volksbank begleitet. Dieses Rund-Um-Paket an einem Ort ist schon sehr komfortabel,“ sagt Leidinger.
Der Service der Volksbank reicht bis auf den Empfangstresen: Dort steht Karten-Terminal mit VR-Payment-Lösung, das für Rezeptzuzahlung zum Einsatz kommt. „Das ist viel einfacher als ständig mit Bargeld zu hantieren, sagt Leidinger.
Im Februar, ein knappes Jahr nachdem er das erste Mal die Räumlichkeiten besichtigte, kurz vor seinem 30. Geburtstag, konnte Robin Leidinger die ersten Patienten in seiner eigenen Praxis behandeln. Termine sind Monate im Voraus vergeben.