Marc Bühler hat die Schwarzwald Zimmerei in Freiamt in wenigen Jahren zu einem der erfolgreichsten Handwerksbetriebe der Region gemacht – mit jungem Team, modernster Technik und starkem Partner an der Seite.
Lieber klein anfangen, vorsichtig wachsen, Investitionen erst mal zurückstellen? Das ist nicht Marc Bühlers Ding. Mit gerade mal 25 Jahren entschied der Zimmerermeister 2020, seinen eigenen Betrieb in Freiamt aufzumachen – und direkt in die Vollen zu gehen. „Bei allen Anschaffungen, von denen Handwerkskammer und Berater damals sagten, lasst das mal lieber, haben wir immer genau das Gegenteil gemacht“, sagt er und grinst. „Wir sind immer mutig gewesen. Und es hat sich gelohnt.“
Von zwei auf vierundzwanzig
Aus zwei Gründern – Bühler und einem langjährigen Arbeitskollegen – ist in rund fünf Jahren ein Team von 24 Mitarbeitern geworden. Ob Zimmerer, Maler, Bauzeichner oder Kaufleute: Alle sind jung und mit echter Begeisterung dabei. „Das ist echt enorm. Ich hätte mir das niemals vorstellen können, außer in meinen Träumen vielleicht“, sagt der 31-Jährige und lacht. Auch Lukas Gitzinger, Firmenkundenberater bei der Volksbank Lahr und seit 2025 enger Ansprechpartner von Marc Bühler, ist vom schnellen Wachstum des Betriebs beeindruckt: „Ich betreue ja viele Unternehmen in der Region, aber eine solche Entwicklung im Umsatzvolumen und im Personal in so kurzer Zeit ist eine echte Seltenheit.“
Der Erfolg der Schwarzwald Zimmerei hat viele Gründe. Einer liegt in der Verbindung von Tradition und Moderne. In der Werkstatt wird das Holz so weit wie möglich noch von Hand abgebunden, „das ist letztendlich der schönste Aspekt unseres Berufs, und das schätzen auch unsere Kunden“, so Bühler. Gleichzeitig hat er in den vergangenen Jahren konsequent in die Digitalisierung investiert. Ein 3D-Scanner erfasst mittlerweile komplexe Dachgeometrien, die Daten werden direkt in CAD-Programme übertragen, CNC-Maschinen übernehmen anschließend die präzise Fertigung. „Wenn man ein herausforderndes Projekt hat und denkt, das kann eigentlich nicht passen, und am Ende sitzt alles auf den Millimeter, das ist einfach ein tolles Gefühl“, sagt Bühler. Auch die Website und der Social-Media-Auftritt der Zimmerei haben ein professionelles Update erhalten; der Fuhrpark wurde deutlich erweitert, unter anderem um einen Kran-Lkw und ganz neu um einen Sattelzug mit Tieflader, teils finanziert durch die Volksbank Lahr. „Mit jedem neuen Mitarbeiter muss man eben nachziehen“, sagt Bühler pragmatisch.
Ein Dach in einem Tag
Vor Kurzem hat Bühler eine zusätzliche Halle in Freiamt angemietet, in der das Team große Dachelemente im Trockenen vorfertigen kann. Ein Schritt, der das Arbeiten auf der Baustelle deutlich effizienter macht. „Früher mussten wir vieles direkt vor Ort fertigstellen, da war ein Dach oft eine Woche offen und die Maßnahmen dazu noch wetterabhängig“, erklärt Bühler. „Heute können wir die Bauteile im Betrieb vorbereiten und das Dach oft innerhalb von einem Tag wieder schließen.“
Spezialisiert ist die Schwarzwald Zimmerei auf Dachsanierungen, Aufstockungen und Anbauten zwischen Freiburg und Lahr. „Die Sanierung macht aktuell vom Umsatz her den Großteil unserer Arbeit aus“, sagt der Zimmermann. Klassische Einfamilienhäuser baut der Betrieb hingegen nur selten. „Wohnraum entsteht heutzutage eher im Bestand“, weiß Bühler. „Man nutzt das, was da ist, schafft Platz für Kinder oder Enkel – und teilt sich die Kosten, zum Beispiel wenn das Dach ohnehin gemacht werden muss.“
Marc Bühler erklärt Lukas Gitzinger (l.) die neueste Messtechnik des Betriebs. In den vergangenen Jahren hat Bühler kräftig in die Digitalisierung der Zimmerei investiert
Mitarbeiter kommen von selbst
Was viele Handwerksbetriebe in der Region beschäftigt –, die Suche nach Nachwuchskräften – ist für die Schwarzwald Zimmerei kein Thema. Im Gegenteil: In diesem Jahr musste Marc Bühler gleich fünf Bewerber vertrösten. „Aktuell habe ich in jedem Lehrjahr einen Auszubildenden, vielleicht werden es künftig wegen der großen Nachfrage aber auch zwei“, sagt er. Jobrad oder andere Benefits spielen im Recruiting dabei keine Rolle. Stattdessen melden sich Interessierte von ganz alleine, angezogen vom professionellen Auftritt in den sozialen Medien, den auffälligen Firmenfahrzeugen und vor allem von einem Team, das seine Arbeit sichtlich genießt. Tatsächlich geht der Zusammenhalt bei der Schwarzwald Zimmerei weit über den Berufsalltag hinaus. Gemeinsame Ausflüge, Skifahren, manchmal ein Besuch beim Dorffest: Das alles gehört ganz selbstverständlich dazu. „Wir haben Spaß miteinander“, sagt Bühler. „Man versteht sich einfach. Und das ist das, was unseren Betrieb ausmacht.“
Für Lukas Gitzinger ist diese Haltung nicht nur ein entscheidender Faktor für das Ansehen der Zimmerei in der Region, sondern auch für die gute Zusammenarbeit mit der Volksbank Lahr. „Da geht es nicht nur um Zahlen, sondern um ein gemeinsames Verständnis davon, wie man miteinander umgeht“, sagt er. Die Partnerschaft beschreibt er als geprägt von Vertrauen und geteilten Werten. „Mut, Zusammenhalt, Heimatverbundenheit und Wertschätzung: Dafür steht die Volksbank Lahr, und das sind auch hier im Betrieb keine Schlagworte, sondern Dinge, die gelebt werden.“
Ein Verbund für die Region
Dass gerade die Heimatverbundenheit für Marc Bühler so wichtig ist, hat auch mit seiner eigenen Geschichte zu tun. Er ist in Freiamt aufgewachsen, hat hier Zimmerer gelernt, hier seinen Meister gemacht und hier gegründet – nur 500 Meter von seinem Ausbildungsbetrieb entfernt, auf einem Areal, das früher mal ein Sägewerk war, dann zur Produktion von Kistenverpackungen genutzt wurde und schließlich lange Jahre leer stand. Gemeinsam mit seinem Team hat er daraus einen Ort gemacht, an dem gearbeitet, ausgebildet, gefeiert und Zukunft geschaffen wird. „Unser Verpächter freut sich sehr, dass so wieder Leben in der Ecke entstanden ist“, sagt Bühler.
Nun denkt er den regionalen Gedanken noch einen Schritt weiter. Seine nächste große Idee trägt den Namen „Schwarzwald Handwerk“. Unter dieser Dachmarke will Bühler künftig gemeinsam mit anderen Betrieben aus Freiamt einen Handwerksverbund aufbauen. Ziel ist es, Bauprojekte künftig komplett aus einer Hand umzusetzen. Den Anfang soll die Schwarzwaldschreinerei eines guten Freundes und Kollegen machen; Elektriker, Sanitärinstallateure und weitere Gewerke sollen folgen. Für die kommenden Jahre sind dafür weitere Investitionen geplant, auch räumlich soll der Verbund zusammenwachsen. „Wir wollen einfach zeigen: Hier in der Region gibt es alles, was man braucht“, sagt Bühler. „Und wir stehen zusammen.“
Der 3D-Scanner erfasst Daten millimetergetreu und überträgt sie digital, sodass die Bauteile passgenau geplant und vorgefertigt werden können.