Kostenfreie Photovoltaikanlagen für Vereine: die Volksbank Lahr macht's möglich!
Frostig kalt war es Mitte Februar 2025 bei der Einweihung der ersten Photovoltaik-Anlage im Rahmen der Solarinitiative der Volksbank Lahr. Doch die Kälte trübte die Freude der Anwesenden nicht: „Auf dem Vereinsdach der Siedlergemeinschaft Kippenheim e.V. wird nun klimafreundlicher Strom produziert“, sagt Peter Rottenecker, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Lahr. Damit ist ein weiterer Meilenstein der Solarinitiative genommen. Mit einer Leistung von 18 kWp erzeugt die Anlage jährlich rund 17.000 kWh Solarstrom und vermeidet damit den Ausstoß von etwa sieben Tonnen CO₂. Doch, das ist erst der Anfang: Bis Ende des Jahres sollen etwa ein MWp Solarleistung auf regionalen Vereinsdächern installiert sein.
„Die Solarinitiative ist ein zentrales Teilprojekt im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsstrategie, erklärt Peter Rottenecker. Wir wollen damit einen positiven Beitrag zu den ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen in der Region leisten.” Die Idee dahinter: „Wir versorgen gemeinnützige Organisationen und Vereine mit kostenfreien Photovoltaik-Anlagen.“
Im Juli 2024 startete die Volksbank ihre „Offensive“ mit einer Pressekonferenz. Vereine und gemeinnützige Organisationen wurden aufgefordert der Volksbank leere Dachflächen zu melden. In kürzester Zeit meldeten sich fast 40 Vereine – dann musste die Volksbank erstmal stoppen. „Die Resonanz war überwältigend und wir wollten zunächst die Gegebenheiten prüfen“, so Rottenecker.
Die technische Prüfung übernahm der Kooperationspartner E-Werk Mittelbaden, ebenso die Planung, Bau und Wartung der Anlagen, sodass die beteiligten Vereine sich um nichts kümmern müssen. „Unsere Partnerschaft sorgt für eine professionelle Umsetzung und hält die Wertschöpfung vor Ort“, betont Peter Rottenecker.
Als Vereinsvorstand Günter Fuchs in der Zeitung von der Möglichkeit las, im Rahmen der Solarinitiative der Volksbank Lahr das Dach der Siedlergemeinschaft Kippenheim e.V. zu verpachten, war er sofort interessiert. Sanierungsmaßnahmen am Vereinsheim hatten die Finanzen des Vereins geschwächt, der vor fast 85 Jahren gegründet wurde, um einkommensschwachen Familien zu einem Eigenheim zu verhelfen. Heute ist das Vereinsheim ein wichtiger Treffpunkt für die Gemeinde. Zweimal in der Woche gibt es einen Stammtisch. Vereine können sich kostenfrei treffen, Musikgruppen proben und die Siedlergemeinschaft beteiligt sich am Ferienprogramm der Gemeinde. „Bei guter Apfelernte pressen wir mit den Kindern frischen Apfelsaft“, erzählt Fuchs vom Engagement der Ehrenamtlichen, die sich mit viel Herzblut um alles kümmern. Auf dem weitläufigen Grundstück gibt es Obstbäume, Blumenwiesen und einen Spielplatz.
Dachpacht stockt Vereinskasse auf
Dafür, dass die Volksbank Lahr auf dem Vereinsdach eine Photovoltaikanlage installieren darf, zahlt sie der Siedlergemeinschaft eine einmalige Dachpacht von 2.500 Euro. „Mit diesem Geld erneuern wir Spielgeräte auf unserem Kinderspielplatz und schaffen einen Hochdruckreiniger für die Terrassenreinigung an“, freut sich der Vereinsvorstand. „Dass die Siedlergemeinschaft durch die Photovoltaik aktiv zur lokalen Energiewende beiträgt, ist noch das Sahnehäubchen obendrauf“, ergänzt der zweite Vorstand Norbert Bürkle-Kaluscha.
Beteiligungsmöglichkeit für Mitglieder
„Am stolzesten macht mich die Einbindung unserer Mitglieder“, sagt Peter Rottenecker. Denn zur Finanzierung der geplanten 27 Photovoltaikanlagen hat die Volksbank Bank gemeinsam mit ihrer Tochtergesellschaft BLACKVRST Capital Management GmbH das Finanzprodukt „Volksbank Lahr Solarpower“ emittiert, das exklusiv von den Mitgliedern der Volksbank Lahr gezeichnet werden konnte. Mit einer Laufzeit von drei Jahren und einer Verzinsung von 4 Prozent erwies sich die Geldanlage als Produkt mit großer Nachfrage: Innerhalb von nur anderthalb Tagen war das Volumen von 1,25 Millionen Euro ausverkauft. „297 Mitglieder haben sich beteiligt, und die Volksbank refinanziert die Investition über die Einspeisevergütung für den erzeugten Strom“, erklärt Johannes Weide, Geschäftsführer der BlackVRST Capital Management GmbH (BCM), die das Modell entwickelt hat. Damit möglichst viele Mitglieder eine Zeichnungschance bekommen, war eine Beteiligung bereits ab 500 Euro möglich. Die hierdurch von der Bank eingeworbenen Gelder fließen zweckgebunden in die Projekte im Rahmen der Solarinitiative.
Genossenschaftsgedanke modern interpretiert
Die Genossenschaftsmitglieder tragen also finanziell zu einem nachhaltigen Projekt in der Region bei und werden gleichzeitig am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt. „Im Jahr der Genossenschaften zeigen wir, wie man durch die Kraft der Gemeinschaft Herausforderungen wie die Energiewende angehen kann. Getreu dem Motto: „Was einer allein nicht schafft, schaffen viele!“, sagt Rottenecker.
Für die Idee der „Solarinitiative“ wurde BCM mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis Produkte 2026 im Transformationsfeld Klima ausgezeichnet.
Strahlende Gesichter vor der ersten, im Rahmen der Solarinitiative, installierten Anlage.
Übertragbar auf andere Regionen
„Wir arbeiten bereits ganz konkret mit weiteren Volksbanken zusammen, um in deren Geschäftsgebieten weitere Solarinitiativen aufzulegen“, sagt Johannes Weide. Dies ist der Aspekt, den die Jury des Nachhaltigkeitspreises in ihrer Wertung besonders hervorhebt: Das Modell der Solarinitiative ist skalierbar und übertragbar auf andere Regionen. Es zeige „eindrucksvoll, wie Genossenschaftsbanken gemeinsam mit Wirtschaft und Gesellschaft konkrete Beiträge zur Energiewende leisten können“.