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Kinder malen Bilder mit Blumen.
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Unsere Region blüht und summt

13. April 2026

Mit der Initiative „Unsere Region blüht und summt“ setzt die Volksbank Lahr seit 2019 ein starkes Zeichen für den Erhalt der biologischen Vielfalt in der Region.

„Schön, dass ihr alle da seid“, heißt Rico, eine Handpuppe, gespielt von NABU-Ehrenamtler Harry Huhn die Schülerinnen und Schüler der Geroldsecker-Grundschule aus Lahr auf dem Gelände des Hohbergsees willkommen. Hier findet heute, an einem sonnigen Tag Ende März, ein wichtiges Jubiläum statt: Die Volksbank Lahr knackt die 50.000-Quadratmerter-Marke der Biodiversitätsinitiative „Unsere Region blüht und summt“.

Wissenschaftler schlagen seit langem Alarm: Die Artenvielfalt geht zurück, Insektenpopulationen schrumpfen dramatisch. „Ein Thema, das mich auch persönlich schon lange umtreibt“, sagt Susanne Hauser. Die Kommunikationsfachfrau knüpfte 2019 Kontakt mit dem Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord e.V. und hob mit der dortigen Projektleiterin die Initiative „Unsere Region blüht und summt aus der Taufe.

Seither werden gezielt Flächen im Geschäftsgebiet ökologisch aufgewertet. Ob auf Firmengeländen, in Stadtparks, an Straßenrändern oder im Schulumfeld – dort, wo vorher Rasen oder Brachland war, entstehen blühende Wiesen, die heimischen Insekten wie Wildbienen, Schmetterlingen und Käfern Nahrung und Lebensräume bieten. Verwendet wird ausschließlich zertifiziertes, regional passendes Saatgut, das den lokalen Arten Futter und Lebensraum bietet.  

 

Ein Mann steht mit einer Handpuppe vor einer Gruppe Kinder
Harry Huhn vom NABU Lahr unterhält mit Handpuppe Rico die Kinder.
Kinder mit Eimern auf einem Feldstück.
Nun werden die Wildblumensamen auf der vorbereiteten Fläche verteilt. Foto: Dimitri Dell

Bildung und Beteiligung

Die Initiative zielt dabei nicht auf schnelle PR-Effekte, sondern auf nachhaltige Wirkung. Eine Besonderheit ist das offene Mitmach-Prinzip nach dem Motto „Jeder Quadratmeter zählt“: Gemeinden, Unternehmen, Vereine und Privatpersonen können Flächen ab 10 m² anmelden – von der Verkehrsinsel bis zur Ackerbrache. Für Vereine, gemeinnützige Einrichtungen und Hausgemeinschaften übernimmt die Volksbank vollständig die Kosten für das Saatgut, für Unternehmen und Kommunen anteilsweise und dazu gibt es die fachkompetente Rundumberatung von Lilli Wahli, der Projektleiterin „Blühender Naturpark“ im Rahmen der Kooperation mit der Volksbank Lahr.

 

Begleitet wird die Biodiversitätsinitiative der Volksbank Lahr durch kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen und regionale Netzwerkarbeit. Über die Website der Bank können Interessierte zweimal jährlich Flächen melden und in den Filialen gibt 1g-Samentütchen – ein niedrigschwelliger Einstieg für alle, die selbst aktiv werden wollen.
Neben den Wildblumenwiesen finanziert die Volksbank Lahr die jährliche „Blumenzwiebelpflanzaktion“, organisiert vom Verein „Freunde der Landesgartenschau 2018.“ Seit Projekt-beginn pflanzen mehrere Hundert Lahrer Schülerinnen und Schüler im Herbst rund 9.000 Narzissenzwiebeln im Lahrer Bürgerpark. Die Frühblüher sorgen mit reichlich Nektar und Pollen für Bienennahrung. Ziel ist ein schmückendes „weißes Band“ im Bürgerpark – in zwei bis drei Jahren ist es komplett.

Genossenschaftlich gedacht, regional verwurzelt

Für die Volksbank Lahr ist das Engagement im Rahmen „Unsere Region blüht und summt“ sowie der „Solarinitiative“ Ausdruck ihres genossenschaftlichen Selbstverständnisses: Verantwortung für Mitglieder, Region und Zukunft. „Als Genossenschaftsbank wollen wir nicht nur wirtschaftlich stark, sondern auch gesellschaftlich wirksam sein“, sagt Projektkoordinatorin Susanne Hauser. „Blühwiesen sind dabei mehr als ein Symbol. Sie sind ein aktiver Beitrag zu einem gesunden, lebenswerten Umfeld.“

In vielen Gemeinden sind die Flächen inzwischen fester Bestandteil des Ortsbilds. Und sie bringen Menschen zusammen – beim Säen, Pflegen, Beobachten. Die Initiative zeigt: Nachhaltigkeit kann lokal beginnen – und große Wirkung entfalten.

Lilli Wahli vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord erklärt, warum Wildblumen wichtig für Insekten und Wildblumen sind.

„Welche heimischen Tiere kennt ihr, die auf einer Wiese leben?“, fragt Wahli und schaut in die Runde, die sich auf dem Nabu-Gelände am Lahrer Hohbergsee eingefunden hat. „Wespen“, ruft ein Mädchen, „Regenwurm“, sagt ein Junge. Die Projektmanagerin vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord kommt direkt mit der nächsten Frage. „Was esst ihr am liebsten?“ Ein Mädchen ruft „Eis“, dann kommen die Antworten im Sekundentakt: „Pommes“, „Döner“, „Lasagne“. Die Expertin, die für den zweitgrößten Naturpark Deutschlands unter anderem Kinder weiterbildet, will nicht die Lieblingsspeisen der Grundschulkinder herausfinden, sondern auf etwas anderes hinaus. Sie will der Gruppe nahebringen, wie wichtig eine wilde Wiese mit Nahrungsangebot für hochspezialisierte Tiere und Insekten ist. In Ökosystemen beeinflusst sich alles gegenseitig, erklärt sie. Wenn es weniger heimische Kräuter und Blumen gibt, gibt es entsprechend weniger Insekten und Wildbienen, die auf diese Pflanzen angewiesen sind – und damit fehlt auch die Nahrung – also das Lieblingsessen – für zum Beispiel einige Vogelarten.

 „Nur wenn wir eine hohe Biodiversität haben“, ergänzt Lilli Wahli, „können wir auch Lebensmittel in der Region erzeugen – aus denen dann euer Essen entsteht.“ So sorgen Insekten als Bestäuber dafür, dass mehr als 80 Prozent der Obst- und Gemüsesorten, die von Menschen verzehrt werden, überhaupt wachsen können.

„Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei den Einsaaten ist uns sehr wichtig“, sagt Daniela Becker, Nachhaltigkeitsmanagerin der Volksbank Lahr.  Den Kindern wird nicht nur altersgruppengerecht die Bedeutung von regionalen Pflanzen erklärt und sie erhalten auch Infomaterialien zu Bestäubern, Pflanzen und Boden. Sie erleben ökologische Zusammenhänge hautnah – so wächst das Bewusstsein für Natur- und Artenschutz buchstäblich mit.

Nach der kurzen Einführung dürfen die Kinder nun aktiv werden: Mit kleinen Gartenschaufeln oder den Händen vermischen sie das Saatgut mit Sand, verteilen es auf der vorbereiteten Fläche und helfen anschließend beim Verdichten des Bodens mit langen Brettern. Dabei wird gehüpft und getobt. „Wir haben alle immer viel Spaß bei diesen Aktionen“, sagt Daniela Becker. Dafür sorgt auch Rico, die Handpuppe, in Gestalt von Harry Huhn, der zwischen Ankunft und Abschied der insgesamt vier Grundschulklassen lustige Bewegungsspiele einbaut. Ein weiteres Highlight ist der Maltisch, den die Ehrenamtlichen des Nabu organisiert haben. Hier malen die Schülerinnen und Schüler kunstvolle Schilder, auf denen die Klassen später ihren eigenen Bereich der Wiese wiedererkennen können. Zum Abschluss stärken sich die Kinder mit Laugengebäck und Getränken und ein kleines Samentütchen gibt es als Geschenk mit nach Hause – damit die Kinder das Gelernte auch mit den Eltern teilen können.

 

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