Was hat Lahr mit China zu tun?
Auf den ersten Blick nicht viel. Außer man fragt mal bei der Band There’s A Light nach. Die Post-Rock-Truppe um Volksbank-Berater Markus Dold genießt in Fernost jedenfalls Kultstatus.
Es gibt Geschichten, die klingen so unglaublich, dass sie eigentlich kaum wahr sein können. So wie diese, die im Jahr 2017 ihren Anfang nahm, als ein chinesischer Veranstalter die Lahrer Band There’s A Light über Facebook anschrieb und sie in seine Heimat einlud. Sie seien dort ja Rockstars, ob sie denn nicht mal ins Reich der Mitte auf Tour kommen wollten?
Rockstars? Wir? Die fünf Bandmitglieder und Freunde – Markus Dold und David Christmann (beide Gitarre), Andreas Richau (Gesang & Bass), Jonas Obermüller (Keyboard) und Jan Lüftner (Drums) – hielten die Anfrage zunächst für einen schlechten Scherz, begannen dann aber zu recherchieren. „Dabei stellten wir fest, dass einer unserer Songs, We Choose To Go To The Moon, auf der chinesischen Variante von Youtube tatsächlich steil gegangen ist, wir hatten Millionen Streams und Zehntausende Kommentare! Wahnsinn!“, erinnert sich Markus. Klar mussten sie da hin. Und das Abenteuer begann …
Raus aus der Bank, rein ins Rockstar-sein
Gut zehn Jahre später haben sich die Bandmitglieder um Volksbank-Kundenberater Markus Dold für ein paar Tage in einem abgelegenen Chalet in den Vogesen eingefunden. Neue Songs schreiben. In der Küche stapeln sich Pizza-Kartons und Baguette-Tüten. Neben der Spüle stehen leere Cola- und Bierflaschen. Ein Männerausflug halt. Die Songs, die in dieser Atmosphäre entstehen, sollen später auf dem dritten Album der Post-Rock-Band landen, einem Musikstil also, in dem es in vorrangig instrumentalen und experimentellen Stücken um Atmosphäre geht. Chinesen mögen das, „wahrscheinlich, weil ihre eigene traditionelle Musik ähnlich gestrickt ist, ohne bzw. mit wenig Gesang“, vermutet Drummer Jan.
„Wir haben nicht mehr so oft die Gelegenheit, uns alle zu treffen“, berichtet derweil Markus in der Kaffeepause. Zumal die Mitglieder inzwischen in der gesamten Republik zerstreut sind. Der eine in Essen, der andere in Frankfurt, der Rest in der Ortenau. „Solche Tage sind für uns umso magischer“, ergänzt Andreas. Und klar: Es geht dabei um ihre Musik, aber eben auch um Freundschaft und Zusammenhalt. Um eine gute gemeinsame Zeit mit neuen Liedern – und alte Geschichten.
Und von letzteren gibt es genug, gerade auch von ihrer ersten China-Reise, bei der sie im Jahr 2018 (das erste Studioalbum war gerade fertig) innerhalb von zwei Wochen im ganzen Land zehn Konzerte gaben – vor Tausenden von Fans. „Das war schon irre, wir sind in Frankfurt als Nobodys ins Flugzeug gestiegen und wurden in China als Rockstars empfangen, inklusive lauernder Autogrammjäger und eigenem Fahrer“, erinnert sich Jonas. Sie hätten sich quasi um nichts kümmern müssen. Shanghai, Peking, Chengdu, Shenzhen. Superanstrengend sei es gewesen, sie hätten auch nicht viel vom Land gesehen und erleben können, seien aber beseelt und erfüllt wieder in ihre Schwarzwälder Heimat zurückgekehrt. „Nur waren wir da halt wieder Nobodys“, sagt Markus. Die Kumpels lachen.
Die Kollegen so: „Was hasch am Wochenende g´macht?“
Und ich so: „Ich war in China“
Am Wochenende kurz nach China
2024 kehrten sie dann noch mal zurück, mit neuem Album und neuen Songs. Noch größere Konzerte waren das dann. 2025 stieg die Band ein weiteres Mal in den Flieger – für einen einzigen Gig auf einem chinesischen Festival. „Da mussten wir einfach hin, wir haben da mit den großen Bands aus unserem Genre gespielt – vor 5000 Leuten!“, erinnert sich Andreas. „Das war für uns wie Rock am Ring, wir waren im selben Hotel mit unseren Idolen, konnten eine gute Zeit miteinander verbringen“, ergänzt Jan. Megagut, auch wenn der Aufwand enorm gewesen sei: „Wir sind Freitagabend geflogen, am Samstagabend angekommen, haben Sonntag gespielt und selber ordentlich gefeiert, Montag zurück und am Dienstag dann wieder in die Volksbank“, erzählt Markus und schmunzelt „Die andern haben dann gefragt, ,Und, was hasch am Wochenend’ g’macht?‘ Und ich dann halt so: Ich war in China – das war schon witzig.“
Zurück in den Job geht es dann für alle Beteiligten meist mit gutem Gefühl. Und mit dem Wissen, was man mit Zusammenhalt und Teamspirit so alles erreichen kann. „In einer Band wird einem besonders bewusst, wie wichtig es ist, dass jeder seine eigenen Stärken einbringen kann“, findet Andreas. Das könne man dann auch wieder im Alltag gut gebrauchen. Man lernt voneinander, kommt gemeinsam schneller voran, findet auch Jonas, der als Sounddesigner sein Geld verdient. Andi und Jan sind Lehrer, David Industriemechaniker, und Markus berät als Berater Volksbank-Kunden bei der Suche nach den passenden Vorsorgemodellen.